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Zwei Schwäne auf Rügen positiv getestet - Vogelgrippe-Verdacht in Deutschland

Berlin/Rügen - In Deutschland ist der erste Verdacht auf Vogelgrippe aufgetreten. Nach Mitteilung des Bundesagrarministerium seien auf der Insel Rügen vier tote Schwäne gefunden worden. Ein Schnelltest habe bei zweien dieser Schwäne den Verdacht auf den gefährlichen Virus H5N1 ergeben. Die Proben sind den Angaben zufolge unterwegs zum Europäischen Referenzlabor in England. Weitere Details sind noch nicht bekannt. In Berlin trat ein Krisenstab zusammen.

Geflügel muss früher in den Stall

Die erneute Stallpflicht für Geflügel beginnt bereits ab dem 20. Februar. Nachdem am Wochenende Vogelgrippefälle auch innerhalb der Europäischen Union aufgetreten sind, werden die Schutzvorkehrungen verschärft.              

"Ich werde den Empfehlungen der Wissenschaftler folgen und mit einer Eilverordnung zum 20. Februar das bundesweite Aufstallen von Geflügel erlassen", erklärte Landwirtschaftsminister Horst Seehofer. Ursprünglich sollte die Stallpflicht erst ab dem 1. März wieder in Kraft treten. Das Geflügel muss voraussichtlich bis Ende April 2006 in Ställen gehalten werden.

Auch Geflügelveranstaltungen und Märkte sind ab dem 20. Februar verboten. Die Überwachung der Wildvögel wird verstärkt. Mit diesen Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung der Vogelgrippe folgt die Bundesregierung der aktuellen Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Instituts.   

Neue Risikobewertung

Es besteht die Gefahr, dass auch Zugvögel von der Südwest- und der Zentralroute des Vogelzuges den Virus einschleppen könnten. Daraus ergibt sich die neue Risikobewertung. Bisher ging die Gefährdung vor allem von Zugvögeln aus, die auf der Ost-Route über den Nahen Osten und die Türkei fliegen.  Da die Rastgebiete der Vögel nicht vorhersehbar sind, haben sich die Tierseuchenfachleute für eine bundesweite Stallpflicht der Tiere ausgesprochen.

Erhöhte Aufmerksamkeit gefordert

Die erneute Stallpflicht bedeutet erhebliche Belastungen für die Tiere und mehr Aufwand für die Tierhalter. Doch angesichts der drohenden horrenden Schäden müssten alle angemessenen Maßnahmen genutzt werden, so der Minister.  Seehofer appellierte deshalb an alle Tierhalter, die Bestimmungen zu beachten. Dies gelte auch für die Hobbyhalterinnen und -halter. Er rief die Bevölkerung zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Das Auffinden verendeter Tiere soll umgehend den zuständigen Behörden vor Ort gemeldet werden.

Hauptgefahr: Illegale Einfuhren

Der Minister betonte, das Hauptrisiko gehe nach wie vor von illegalen Importen von Geflügel und Geflügelprodukten aus. Deshalb behalten alle anderen bisher eingeleiteten Maßnahmen auch weiterhin ihre volle Gültigkeit.

Dazu gehören:

  • verstärkte Kontrollen an den Grenzen verstärkte und umfassende Reiseinformationen
  • Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit und Fortführung der deutsch-französischen "Task-Force". Sie besteht aus Experten für Diagnostik, Epidemiologie und praktischer Tierseuchenbekämpfung. Bei Ausbrüchen der Geflügelpest kann sie auch in anderen Ländern schnell und unbürokratisch vor Ort Hilfe leisten.
  • intensives Wildvogelmonitoring mit Erhöhung der Stichprobenzahlen
  • Verbot von Geflügelschauen und
  • Fortsetzung wissenschaftlicher Untersuchungen des Friedrich-Löffler-Instituts zur Option, Freilandgeflügel zu impfen.

Deutschland hat beim Kampf gegen die Vogelgrippe alle möglichen Schutzvorkehrungen getroffen, unterstrich Seehofer. In Zukunft wird die Risikobewertung ständig aktualisiert und die internationale Kooperation verstärkt. Der EU-Agrarrat wird sich am nächsten Montag ebenfalls mit dem Thema beschäftigen.

15. Februar 2006

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