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Schwerin/Insel Rügen - Die Vogelgrippe hat sich in Mecklenburg-Vorpommern bisher nicht weiter ausgebreitet. Auf dem Festland wurden bis zum Mittwoch keine weiteren Fälle der Vogelgrippe festgestellt. "Die Lage bleibt ernst, aber wir haben sie jetzt im Griff", sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus am Mittwoch nach der Sitzung des Interministeriellen Führungsstabes. Trotzdem bleibt das Risiko nach wie vor hoch, dass das Vogelgrippevirus in Nutztierbestände eingeschleppt wird." In Mecklenburg-Vorpommern wurden am Dienstag 629 tote Vögel eingesammelt, 287 Stück stammten von der Insel Rügen. Die Bergung aus der Uferzone und vom Wasser war aufgrund stürmischer Witterung allerdings nur sehr eingeschränkt möglich. Am Mittwoch konnten Aufklärungsflüge der Bundespolizei wieder aufgenommen werden. Die Zahl der positiven Befunde von mit H5-N1 infizierten Vögeln blieb weiter bei 103 Fällen. Insgesamt wurden seit dem 1. Februar 2006 1.712 tote Tiere aus allen Landkreisen in Mecklenburg-Vorpommern untersucht. "Wir haben ein klares Bild von der Lage auf der Insel Rügen, die Maßnahmen greifen", sagte Backhaus. "Es geht weiter darum, tote Tiere umgehend einzusammeln, sofort Sperrgebiete abzugrenzen und den Zutritt zu ihnen konsequent zu unterbinden. Hier leisten alle beteiligten Einsatzkräfte hervorragende Arbeit. Sie ist umso wichtiger, weil in den nächsten Wochen mehrere Millionen Zugvögel durch Mecklenburg-Vorpommern ziehen. Kontakte mit erkrankten oder toten Tieren müssen so gering wie möglich gehalten werden." Bei der Untersuchung von 1008 Hausgeflügelbeständen auf Rügen gab es bisher keine klinischen Auffälligkeiten. Bislang mussten in 55 risikobewerteten landwirtschaftlichen Betrieben und kleinen Tierhaltungen 3.350 Stück Hausgeflügel getötet werden. "Die Behörden in den Landkreisen und im Land sind sensibilisiert, das Bewusstsein für den Ernst der Lage ist da", sagte Backhaus. Forstämter, Nationalparkämter und Jäger sind aufgefordert weiter nach toten Vögeln zu suchen, sie zu melden und das Vogelzuggeschehen genau zu beobachten. Nur so kann ein umfassendes Lagebild erstellt werden. Im Landkreis Rügen sind derzeit fast 700 Helfer von Bundeswehr, THW, Land und Kreis im Einsatz. Weitere 200 Einsatzkräfte bekämpfen die Ausbreitung der Vogelgrippe in Nord- und Ostvorpommern, Stralsund und Rostock. Hinweise zum Schutz vor Vogelgrippe Trotz der hohen Zahl der Nachweise von Vogelgrippe-Viren bei Wildvögeln auf der Insel Rügen wird das Infektionsrisiko für die Menschen weiterhin als sehr gering eingeschätzt. Eine Übertragung auf den Menschen ist nur bei sehr engem Kontakt zu infizierten Tieren und deren Körpersekreten möglich. Das gilt ebenfalls für die Journalisten, die während der ersten tage ohne Schutz die Bergung der Tiere verfolgten. Sofern kein direkter enger Kontakt mit infizierten Tieren bestand, kann das Übertragungsrisiko als sehr gering eingeschätzt werden. Falls innerhalb von 7 Tagen nach möglicher Exposition Gesundheitsbeschwerden auftreten (hohes Fieber > 38oC, plötzlicher Krankheitsbeginn bzw. Husten oder Atemnot), sollten sich die betreffenden Personen sofort beim zuständigen Amtsarzt von Rügen, Herrn Heusler (Tel. 03838 / 813 418), Bereitschaftsdienst Tel. 03838 / 22077) bzw. bei ihrem Hausarzt melden und auf eine mögliche epidemiologische Exposition hinweisen. Es wird dringend noch einmal darauf hingewiesen, dass bei Aufenthalt in ausgewiesenen Risikogebieten Anordnungen des verantwortlichen Personals zu befolgen, Abstand zu toten Tieren gehalten und diese in keinem Fall zu berühren sind. Im Übrigen trägt für alle persönlichen Schutzmaßnahmen in Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit von Beschäftigten der jeweilige Arbeitgeber die Verantwortung. Ab morgen darf Wasserwild in Mecklenburg-Vorpommern mit Bleischrot gejagt werden Die Verwendung von Bleischrot bei der Jagd auf Wasserwild auf Gewässern und im 300-Meter-Abstand vom Ufer in Mecklenburg-Vorpommern ist ab sofort für den Zeitraum der Seuchenbekämpfung erlaubt. Eine entsprechende Allgemeinverfügung des Landes tritt ab morgen in Kraft. "Eine solche Ausnahme ist im Rahmen der Wildseuchenbekämpfung möglich. Wenn wir diesen Schritt nicht einleiten, erhöht sich die Gefahr einer weiteren Verbreitung der Tierseuche ganz erheblich", erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD). Daher könne Rechtsmitteln gegen diese Anordnung keine aufschiebende Wirkung zugebilligt werden. Verboten ist dagegen die Durchführung von Jagdhundeprüfungen in Geflügelpest-Beobachtungsgebieten, um Störungen von Wildvögeln zu vermeiden. Zur Bekämpfung der Vogelgrippe in den betroffenen Gebieten sowie zum Schutz gegen die weitere Ausbreitung ist es erforderlich, dass Jagdscheininhaber erkrankte Wildvögel, unabhängig davon, ob diese dem Jagdrecht unterliegen oder nicht, mit der Schusswaffe töten. Eine entsprechende Ausnahmeregelung für das Töten von nicht dem Jagdrecht unterliegenden Wildvögeln hat das Umweltministerium bereits am 18. Februar 2006 erlassen. Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff würdigt Einsatz ziviler und militärischer Kräfte auf der Insel Rügen Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff hat sich heute auf der Insel Rügen über den Einsatz ziviler und militärischer Kräfte informiert. Dabei würdigte er die Einsatzbereitschaft aller Helferinnen und Helfer von Bundeswehr, Technischem Hilfswerk und den Freiwilligen Feuerwehren. "Ich danke allen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz. Sie leisten engagierte Arbeit, obwohl für die Einsatzkräfte die Bedingungen auf Grund der Witterung sehr schwierig sind. Nach meinem Eindruck klappt die Zusammenarbeit der Institutionen sehr gut. Es wird alles Erdenkliche getan", sagte der Ministerpräsident. Er sprach sich dafür aus, jetzt nach vorn zu sehen, um so schnell wie möglich das Problem lösen zu können. "Das, was in den letzten Tagen gut und weniger gut war, ist später abzuarbeiten. Jetzt ist die Bekämpfung der Vogelgrippe wichtiger." 22. Februar 2006
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