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Backhaus will Impfung von Geflügel diskutieren - Möglicherweise Virus bei Nutzgeflügel

Schwerin/Insel Rügen  - "Wir müssen in Deutschland die Frage der Impfung von Geflügel ausführlich erörtern" erklärte der Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus nach der heutigen Debatte im Bundesagrarausschuss. Er werde diese Frage beim morgigen Besuch von Bundesminister Horst Seehofer im Friedrich-Loeffler Institut auf dem Riems aufwerfen, kündigte Backhaus an.

Der nordrhein-westfälischen Bundestagsabgeordneten Bärbel Höhn warf er vor, sowohl in der Bundestagsdebatte als auch im Ausschuss lediglich ihrer persönliche Meinung geäußert zu haben. "Von einer Ausschussvorsitzenden erwarte ich, dass sie sich mit den anderen Abgeordneten ein gemeinsames Meinungsbild erarbeitet", so Backhaus

Die Diskussion im Bundesagrarausschuss habe seine Meinung bestätigt, dass Mecklenburg-Vorpommern vorbildlich in der Tierseuchenvorsorgen agierte. "Unser Monitoring sowohl bei Wildvögeln als auch bei Hausgeflügel ist spitzenmäßig. Kaum ein anderen Bundesland kann eine so hohe Zahl an Testergebnissen vorlegen."

Backhaus regte an, dass alle Bundesländer die Ergebnisse ihres Monitorings transparent gestalten, damit man sich ein umfassendes Bild über die Lage in ganz Deutschland verschaffen könne.

Unterdessen ist in einem Nutzgeflügelbestand auf der Insel Rügen ist ein AI-Virus (Aviäre Influenza) bei einer Ente festgestellt worden. Die Enten und Hühner dieses kleineren Bestandes (106 Tiere) aus der Nähe von Putbus waren klinisch gesund. Zwei weitere Tiere, die ebenfalls untersucht wurden, waren negativ.

Der Bestand war im Rahmen der Überprüfungen in der Schutzzone beprobt worden. Tierärzte hatten dabei in allen Beständen Routine-Überprüfungen vorgenommen. Dabei wurde in diesem Bestand ein unspezifisches AI-Virus ermittelt. Vorsorglich wurde der gesamte Bestand daraufhin getötet. Die Probe, die zunächst im LALLF in Rostock bewertet worden war, ging anschließend an das Institut auf der Insel Riems. Von dem getöteten Bestand sind anschließend weitere Proben genommen worden.

Derzeit laufen im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems die weiteren Abklärungsuntersuchungen. Dabei wird festgestellt, ob es sich um das H5N1-Virus handelt. Mit dem Ergebnis ist in den heutigen Abendstunden zu rechnen.

Bislang 110-Vogelgrippe-Fälle im Land/ neue Schutzzone eingerichtet

Die Anzahl der in Mecklenburg-Vorpommern gefundenen verendeten Vögel ist weiterhin hoch. Gestern wurden durch Bundeswehr, THW und weitere Einsatzkräfte 1.103 Vogelkadaver eingesammelt und an das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) bzw. an das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) geschickt.

Bei sieben von 56 im FLI untersuchten Proben wurde das Virus H5N1 nachgewiesen, davon sechs Fälle auf Rügen, einer auf der Insel Walfisch (Landkreis Nordwestmecklenburg), wo eine Reiherente mit dem Erreger gefunden wurde. Somit beträgt die Zahl der H5N1-positiv getesteten Tiere 110.

Der festgestellte Katastrophenfall in den Landkreisen Rügen, Nord- und Ostvorpommern gilt weiterhin, ebenso die bislang festgelegten Schutz- und Überwachungszonen. Um den Fundort der Ente auf der Insel Walfisch wurde eine Schutzzone eingerichtet. Alle ergriffenen Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Vogelgrippevirus auf Nutztierbestände werden beibehalten. Auf der Insel Rügen wurden gestern 189 Geflügelbestände klinisch untersucht, die Zahl der untersuchten Bestände erhöht sich nunmehr auf 1.197.

Gekeult wurden gestern wegen der Gefahr des Einschleppens der Krankheitserreger 18 Kleinstbestände nicht infizierter Nutztiere. Betroffen waren 418 Vögel. Weiterhin wurden 24 Nachkontrollen in der Umgebung großer Geflügelanlagen vorgenommen.

In einem Nutzgeflügelbestand auf der Insel Rügen ist das unspezifische AI (Aviäre Influenza)-Virus bei einer Ente festgestellt worden. Vorsorglich wurde der gesamte Bestand getötet. Die Probe, die zunächst im LALLF in Rostock bewertet worden war, ging anschließend an das Institut auf der Insel Riems, wo untersucht wird, ob es sich um den gefährlichen H5N1-Virus handelt. Von dem getöteten Bestand sind anschließend weitere Proben genommen worden. Derzeit laufen im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems die weiteren Untersuchungen. Die Ergebnisse werden in den heutigen Abendstunden vorliegen.

Im Landkreis Rügen sind derzeit fast 800 Helfer von Bundeswehr, THW, Land und Kreis im Einsatz. Weitere 200 Einsatzkräfte bekämpfen die Ausbreitung der Vogelgrippe in Nord- und Ostvorpommern, Stralsund und Rostock.

Ein Hubschrauber der Polizei hat gestern betroffene Gebiete überflogen, um Vogelbestände zu identifizieren. Diese werden ab heute verstärkt nach toten Tieren abgesucht. Der Hubschrauber wird heute erneut Erkundungsflüge durchführen, vornehmlich in Ostvorpommern.

23. Februar 2006

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