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Bergen - Unter Leitung von Rügens Landrätin Kerstin Kassner sind heute (17.02.06) die weiteren Arbeiten im Zusammenhang mit der Vogelgrippe koordiniert worden. Die Landrätin teilt dazu folgendes mit: „Das wichtigste Ziel besteht darin, das Hausgeflügel vor einem möglichen Kontakt mit Wildvögeln zu schützen. Aus diesem Grund wurde die Stallpflicht sofort vollzogen. Gegenwärtig sind vier Teams unter Leitung von erfahrenen Veterinärmedizinern im Einsatz, um die Einhaltung zu überprüfen und den Gesundheitszustand des Hausgeflügels zu untersuchen. 76 Kräfte sind direkt mit dem Einsammeln der toten Vögel auf der Insel beschäftigt. Dabei handelt es sich um 59 Kameraden der Feuerwehren und 17 Mitarbeiter von örtlichen Ordnungsbehörden. Die Einsatzkräfte sind vorschriftsmäßig mit Schutzanzügen und Atemschutzmasken ausgestattet und haben Schutzimpfungen erhalten. Vor ihren Einsätzen sind sie über die erforderlichen Verhaltensregeln beim Umgang mit den toten Tieren belehrt worden. Die Sicherheit der Einsatzkräfte hat oberste Priorität. Für verendete Vögel, die auf brüchigem Eis, an Steilküsten oder in unzugänglichen Schilfgürteln liegen und daher nicht auf die übliche Art und Weise eingesammelt werden können, werden gesonderte Möglichkeiten geprüft. Bis 14:00 Uhr waren in der Leitstelle des Landkreises Rügen Meldungen über 91 weitere tote Vögel eingegangen. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der bislang gemeldeten Tiere auf 367. Die meisten Funde wurden nach wie vor im Bereich Nordrügen registriert. Bei den toten Tieren handelt es sich überwiegend um Schwäne, aber auch Enten Gänse, Raubvögel, Raben und Singvögel sind gemeldet worden. Die Vögel werden nach dem Einsammeln zur Untersuchung in das Labor des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems gebracht. Von dort werden dann die entsprechenden Befunde mitgeteilt. Von den bislang getesteten 124 Tieren haben 13 einen positiven Befund (H5N1) gehabt. Mein Dank gilt allen Helfern, die uns in dieser schwierigen Situation unterstützen.“ Unterdessen informiert sich zur Zeit Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) auf der Insel Rügen über die Situation vor Ort. Er traf am Nachmittag an der Wittower Fähre (Süd) ein. Dort setzte der Minister mit der Fähre über, wo auf der Nordseite Dekontaminationsflächen aufgebaut werden und der Seuchenschutz eingerichtet wird. Eine Pressekonferenz im Landratsamt mit Minister Dr. Till Backhaus und Landrätin Kerstin Kassner schließt sich nach der Besichtigungstour an. Anschließend wird Till Backhaus noch zu einem Informationsgespräch mit Teilnehmern des Kreisbauernverbandes Rügen auf dem Geflügelhof Kliewe, 18569 Mursewiek erwartet. Nach dem Auftreten der Vogelgrippe auf der Ostsee-Insel Rügen will sich nun auch Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer am Samstag-Vormittag über die Lage in den betroffenen Gebieten informieren. Geplant sind Besuche am Fundort der infizierten toten Tiere und in der Krisenzentrale in Schwerin. In Mecklenburg-Vorpommern sammelten die Behörden bislang rund 650 tote Wildvögel ein. Bei 13 verendeten Tieren wurde das H5N1-Virus nachgewiesen. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Ehlen betonte im Deutschlandradio Kultur, sein Land brauche keine Unterstützung durch den Bund. Generell schloss der CDU-Politiker aber die von Minister Seehofer geforderten länderübergreifenden Maßnahmen nicht aus. 17. Februar 2006
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