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Schwerin/Rügen - Seit dem 16. Februar 2006 wird der Landkreis Rügen umfangreich mit Kräften und Mitteln beim Kampf gegen die Vogelgrippe unterstützt. "Die Landesregierung hat alles getan, um die vom Landkreis erbetene Unterstützung schnell und unbürokratisch zu gewähren", zog heute die Leiterin des Interministeriellen Führungsstabes, Dr. Maria Dayen, eine Zwischenbilanz. "Darüber hinaus haben wir auch Alternativvorschläge unterbreitet und konkrete Anregungen für operative Maßnahmen gegeben, die der Landkreis selbst bewerkstelligen konnte." Koordiniert vom Interministeriellen Führungsstab in Schwerin helfen Landesregierung, andere Landkreise, Zivilpersonen, das Technische Hilfswerk und die Bundeswehr seither dem im Mittelpunkt der Vogelgrippe-Bekämpfung stehenden Landkreis. Die von ihm gestellten Anforderungen wurden größtenteils zeitnah bedient. Zusätzliche Kräfte standen in Bereitschaft, weitere Mittel wurden vorgehalten. Bereits am 16. Februar beorderten die Straßenbauämter 25 Mitarbeiter nach Rügen. Das Technische Hilfswerk hat bereits seit längerem mehr als 120 Personen im Einsatz. Seit dem 18. Februar waren fünf Personen der Berufsfeuerwehr Stralsund mit so genannter G-26-Eignung (Atemschutztauglichkeit) im Einsatz. Diese wurden zum Wochenende von 41 Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren aus den Landkreisen Demmin, Güstrow und Mecklenburg-Strelitz abgelöst. Weitere Kräfte der Hansestadt und des THW befinden sich seither in Bereitschaft. Bis zum 24. Februar wurden dem Landkreis Rügen unter anderem zur Verfügung gestellt: 1.280 Stück FFP-3-Schutzmasken, 1.550 Einweg- und 150 wiederverwendbare Schutzanzüge, 1.200 Schutzbrillen, 1.150 Paar Stiefel, 1.700 Paar Schutzhandschuhe sowie 1.000 Liter Desinfektionsmittel. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Rostock hält weiterhin 11.780 Schutzmasken, 11.560 Einweg-Schutzanzüge, 10.072 Schutzbrillen, 9.140 Paar Stiefel, 5.000 Liter Desinfektionsmittel sowie 39 Seuchenmatten in Reserve. Bereits am 17. Februar wurden dem Landkreis 20 - meist geländegängige - Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Den am Freitag angeforderten zusätzlichen Eisschlitten wird die Hansestadt Wismar kurzfristig bereitstellen; das zugehörige Schlauchboot ist bereits seit gestern vor Ort. Seit Sonntagmittag wirkt ein Katastrophenschutzexperte aus dem Interministeriellen Führungsstab der Landesregierung im Krisenstab der Insel Rügen mit. Er soll vor Ort fachlich beraten und koordinieren, Optimierungsvorschläge unterbreiten und die dortige Arbeit mit dem Führungsstab in Schwerin abstimmen. Bis heute waren 370 Bundeswehrangehörige auf Rügen tätig. Im Zuge der Heranführung frischer Kräfte werden die Kräfte heute um rund 200 Mann reduziert, die bisher hauptsächlich beim Suchen und Bergen toter Vögel eingesetzt wurden. Hingegen bleibt die Bundeswehr auf Rügen mit demselben Kontingent von Spezial- und Führungskräften - dabei handelt es sich vor allem um Pionier- und sog. ABC-Einheiten - im Einsatz. Zwischenzeitlich hat auch der Landkreis Ostvorpommern die Bundeswehr um Unterstützung gebeten, um die Kernaufgabe dieser Tage - das Aufspüren und Beseitigen von Vogelkadavern - zu bewältigen. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus nutzte die Verabschiedung von Bundeswehrkräften am 27. Februar 2006, um allen haupt- und ehrenamtlich, dienstlich oder freiwillig im Einsatz befindlichen Personen herzlich für die großartige Hilfe und Unterstützung zu danken. "Auch in den nächsten Wochen wird dieser uneigennützige Beistand oft notwendig sein, um die Krise zu meistern", sagte der Minister und richtete seinen Dank auch an die Arbeitgeber, die freiwillige Helfer nicht nur freigestellt, sondern damit auch wirtschaftliche Beeinträchtigungen hingenommen haben. Rügens Landrätin Kerstin Kassner dankte ebenfalls den Kameraden der Bundeswehr und den zahlreichen freiwilligen Helfern für ihren Einsatz bei der Bekämpfung der Vogelgrippe auf Rügen. „Sie haben Großartiges geleistet und den Landkreis hervorragend unterstützt“, sagte Kerstin Kassner in Drewoldke. Hier sind die Helfer der Bundeswehr untergebracht. Heute haben die Soldaten, die bislang hier im Einsatz waren, Rügen verlassen. 70 neue Bundeswehrangehörige sind gekommen und werden ab Dienstag früh im Einsatz sein. Kerstin Kassner hob hervor, dass man die Situation im Griff habe. An Land seien so gut wie alle toten Vögel eingesammelt worden. Mittlerweile beläuft sich die Zahl der aufgefunden Vögel auf 3000 Stück, die entweder zur Untersuchung oder zur unschädlichen gebracht wurden. Täglich werden vor allem die Strandabschnitte begangen. Neue verendete Tiere werden sofort eingesammelt. Nach wie vor gibt es keinen positiven Befund (H5N1) in Haugeflügelbeständen auf Rügen. Die Stallpflicht wird eingehalten. Darüber hinaus erfolgen weitere Überprüfungen in den Nutzgeflügelbeständen. Die Dekontaminationsstrecke am Rügendamm wurden in der vergangenen Nacht rückgebaut. 28. Februar 2006
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