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100 Minuten zum 100sten Geburtstag von Wolf Hildebrandt „Hil“

Putbus - Zum 100sten Geburtstag des Malers, Schriftstellers und Philosophen Wolf Hildebrandt (der seine Arbeiten stets mit „Hil“ signierte) findet am Samstag, 4. Februar 2006, im TUSCULUM, Putbus, Alleestraße 5, vis-à-vis der Orangerie, eine öffentliche Veranstaltung statt. Um 17.26 Uhr beginnt sie und das Ende ist für 19.06 Uhr vorgesehen (1906 erblickte Hil in Stettin das Licht der Welt). Unter dem Motto „Hundert Minuten für Hil, der in seinen Arbeiten und Texten gegen jede Form von Gewalt eintrat“ ließ sich der Rezitator Heinz Nied wieder einmal etwas Besonderes einfallen: Auf den Maler Wolf Hildebrandt (Hil), der 1999 starb, auf dessen Werk, und besonders auf dessen 100sten Geburtstag am kommenden Samstag, möchte er ein weiteres Mal aufmerksam machen.

Postkarte -Sammlung Barbara und Heinz Nied "Begegnung",
Scagliola-Wandbild von Wolf Hildebrandt (HIL), Teilansicht

Begegnungen und Gespräche bestimmten das Wirken von Wolf Hildebrandt in besonderem Maße. Besonders für junge Menschen zeigte er Verantwortung und war ihnen bei Fragen Partner und Freund. Eine Schulklasse aus Stralsund wurde vor vielen Jahren von Hil in dessen Atelier nach Deidesheim eingeladen.

Deren ehemaliger Klassenlehrer, Reinhard Zühlke (ebenfalls ein Freund von Hil) und der in Putbus lebende Heinz Nied, planen für den Juli 2006 in der Orangerie und in der Begegnungsstätte TUSCULUM eine gemeinsame Veranstaltung unter dem Motto „Abgehängte Bilder“. Im Dritten Reich erhielt der Maler und Bühnenbildner Wolf Hildebrandt Berufsverbot und seine Arbeiten zählten zu der so genannten „Entarteten Kunst“.

Selbst auf Korsika musste Hil erleben, dass seine Bilder abgehängt werden sollten. Zum 50sten Jahrestag der „Befreiung vom Faschismus“ wurde er als einziger deutscher Maler zu Ausstellungen eingeladen. Oft genug begegnete er dem Unverstand und der Ablehnung anderer Menschen. Unverstand unterstützte oft selbst die Verantwortlichen im Kulturbereich. Doch Ignoranten irritierten ihn nie. - Dies zeigen noch heute seine Bilder und Texte.      

Am Samstag wird Heinz Nied in Gesprächen die Fragen von Anwesenden beantworten und von Begegnungen mit Hil erzählen. Vielleicht und bei Interesse wird er anschließend, ab 19.45 Uhr (1945 war das Ende des Zweiten Weltkriegs und Lesungen beginnen im Tusculum um diese Zeit), aus Briefen vorlesen und Gedanken von einem Mann weiter geben, dem er ein Freund gewesen ist.

Nur wenige Menschen haben sich für Hil und dessen Werk so eingesetzt wie Nied. Seit ihrem kennen lernen in Diessen am Ammersee währt sein Engagement für den Malerfreund: 1971 Gründung seiner Galerie in Wiesbaden, in der über Jahre nur Arbeiten von Hil ausgestellt und angeboten wurden; 1986 folgt die Zusammenlegung der zwei Sammlungen, die in 20 Jahren von seiner Frau und ihm erweitert wurden.

So entstand die „Sammlung Barbara und Heinz Nied“, die mit über 360 Arbeiten zunächst in Wiesbaden zu Hils „80sten“ als Jahresausstellung unter dem Motto „Ein ehemaliger Bauhäusler fand seinen eigenen Weg“ gezeigt wurde. Seit Ostern 2000 sind die Exponate als Leihgabe in der Orangerie zu Putbus auf Rügen (Mecklenburg Vorpommern) zu sehen, die, in der Anzahl 2003 auf etwa 300 reduziert, seit fast 6 Jahren dort ausgestellt werden.

Mögen sich viele interessierte Menschen einfinden und vielleicht auch durch den Eintritt in den „Tusculum-Verein zur Förderung von Kultur e.V.“ oder mit Spenden zum Überleben dieses einmaligen Veranstaltungsortes und damit der Begegnungsstätte „TUSCULUM“ beitragen.

29. Januar 2006

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