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Kerstin Kassner: Lage hat sich entspannt

Bergen - Seit gestern Nachmittag ist die Wittower Fähre wieder in Betrieb, die Seuchenmatten sind beräumt. Die Dekontaminationsstrecke für Einsatzfahrzeuge in Juliusruh wurde bereits abgebaut. Nur im Fährhafen Sassnitz-Mukran werden für ausreisende Fahrzeuge noch Desinfektionsmaßnahmen vorgenommen. Das Leben im Landkreis Rügen gewinnt weiter an Normalität, seit die Vogelgrippe hier festgestellt wurde.

„Die Lage entspannt sich zusehends“, konnte Landrätin Kerstin Kassner heute resümieren. Auf dem Land sind so gut wie alle toten Vögel eingesammelt. Die Anzahl der Tiere, die abgegeben werden, sinkt. Gestern waren es 48, heute 44. In der zurückliegenden Zeit gab es Tage, an denen mehrere hundert Vögel eingesammelt wurden. Insgesamt sind es bisher mehr als 3.600 Wildvögel. Diese wurden zur Beprobung weiter geleitet oder unschädlich entsorgt.

Kerstin Kassner dankte den vielen Helfern, darunter den Kameraden der freiwilligen Feuerwehren und des THW, den örtlichen Ordnungskräften und der Polizei, den Rüganern, die in AB-Maßnahmen eingebunden waren und bei der Erkundung der Fundorte geholfen hatten, den Mitarbeitern im Krisenstab und den Verwaltungen. Dank galt ebenso der Bundeswehr. Die Soldaten verließen im Laufe des Tages Rügen. Ein Berater der Bundeswehr wird jedoch weiter im Stab mitarbeiten und die Verbindung halten. „Was die Helfer auf Rügen geleistet haben, verdient große Anerkennung“, lobte die Landrätin. Die Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften und Beratern sei hervorragend gewesen.

Kerstin Kassner hob hervor, dass die Hausgeflügelbestände nach wie vor frei vom H5N1-Virus sind. Die Einstallpflicht und die Schutzmaßnahmen hätten bislang hervorragend funktioniert. Sie hoffe, dass dies auch künftig so bleibt.

In Abstimmung mit dem Land und den benachbarten Landkreisen Nordvorpommern und Ostvorpommern werde der Katastrophenfall bis auf weiteres bleiben. „Im Moment ist die Situation zwar nicht kritisch, aber wir können nicht voraussagen, wie sich die Lage entwickelt. Da können viele Faktoren eine Rolle spielen, zum Beispiel der einsetzende Vogelzug oder auch das Wetter. Sollte sich die Lage wieder zuspitzen, können wir schnell Unterstützung anfordern“, so die Landrätin.

Die Erfahrungen, die der Landkreis Rügen im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Vogelgrippe gemacht hat, wurden bereits in einem Bericht zusammengefasst. Dieser wurde dem Bund, dem Land und anderen Landkreisen zur Verfügung gestellt.

Keine neuen Nachweise von Vogelgrippe - Untersuchte Säugetiere frei von H5N1

Der Nachweis des Vogelgrippevirus H5N1 bei einer Katze auf Rügen bleibt nach wie vor eine Ausnahme. Alle weiteren im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Rostock beziehungsweise auf dem Riems untersuchten 32 Säugetiere und potenzielle Aasfresser sind ohne Befund.

Untersucht wurden Füchse, Marder, Katzen, Marderhunde, Dachse, Wildschweine, sowie ein Nerz, ein Hund und ein Waschbär. Somit war von insgesamt 33 Proben lediglich eine Probe positiv.

Dieses Ergebnis sei "beruhigend" so Landwirtschaftsminister Till Backhaus. "Wir werden deshalb nur noch in Schutz- und Überwachungszonen tot aufgefundene Säugetiere auf das Grippevirus untersuchen."

Auch die am gestrigen Tag fortgesetzten Untersuchungen von toten Wildvögeln brachten keine neuen Nachweise von H5N1.

Die im Land eingerichteten Schutz- und Überwachungszonen bleiben jedoch weiterhin bestehen.

04. März 2006

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