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Sassnitz - Anlässlich der Grundsteinlegung für eine Fußgängerbrücke vom Rügenplatz in der Oberstadt von Sassnitz zum Glasbahnhof im Stadthafen überbrachte gestern Helmut Holter, Minister für Arbeit, Bau und Landesentwicklung, die Grüße des Landes und führte in seinen Grussworten folgendes aus: Heute wird hier in der Hafenstadt Sassnitz der Grundstein für eine Fußgängerbrücke gelegt. Nichts Besonderes und nicht der Rede wert? Irrtum, diese Brücke wird etwas ganz besonderes sein, stellt sie doch eine Zäsur in der Städtebauförderung des Landes dar. Dazu gleich. Die Stadt mit ihrer terrassenförmig angelegten Altstadt ist ein Kleinod. 1991 wurde das erste Städtebauförderungsprogramm des Landes aufgelegt. Sassnitz war unter den Städten, die gleich zu Beginn in das Programm aufgenommen wurde. Ziel war, die Einzigartigkeit der Altstadt mit ihrer Architekturvielfalt zu bewahren, zu erneuern und den öffentlichen Raum durch die Sanierung der Straßen, Wege und Plätze neu erlebbar zu gestalten. Dafür wurden bisher 16 Millionen Euro Städtebauförderungsmittel bereitgestellt. Jedem, der mit offenen Augen durch die Altstadt geht, wird sich der sinnvolle Einsatz der Mittel erschließen. Auch wenn noch nicht alles Wünschenswerte realisiert werden konnte, ist die Stadt hier auf einem guten Weg. Mit dem Bau des Hafens Mukran verlor der Sassnitzer Stadthafen seine Bedeutung. Einzig Fischer- und Ausflugsboote machten hier noch fest. Der größte Teil des Geländes von der Wasserkante bis hoch zur Stralsunder Straße verfiel immer mehr zur Brache. Nutzungsüberlegungen gab es viele, doch die wurden regelmäßig von der Realität eingeholt. Ende der 90er Jahre reifte die Idee der städtebaulichen Gesamtbetrachtung. Und so kam auch die Städtebauförderung ins Boot, nämlich in der Diskussion zu den Zukunftsstandorten im Land. Das Leitbild "Offene Stadt - grüne Stadt zwischen Ostsee und Nationalpark" sollte durch eine städtebauliche Lösung zur Verknüpfung des Stadthafens, der östlich gelegenen Altstadt und des weiteren Ortskernes umgesetzt werden. Der Ausgang des Architektenwettbewerbs für ein städtebaulich umfassendes Entwicklungskonzept ist bekannt - ein wirklich gelungenes Konzept ist vorgelegt worden. Dass die Stadt den Schwerpunkt der nächsten Jahre in der nutzungsfähigen Aufwertung des Stadthafens und des Kistenplatzes sieht, ist nur folgerichtig. Bisher sind dafür zwei Millionen Städtebauförderungsmittel eingesetzt worden. Dem ersten Schritt auf der Fußgängerbrücke geht der erste Schritt im Baugeschehen voraus, den wir heute mit der Grundsteinlegung vollziehen. Besonders freue ich mich darüber, dass für die Planung das renommierte Ingenieurbüro Schlaich, Bergermann & Partner gewonnen werden konnte. Die Ingenieure haben in jüngerer Zeit auf so viel beachteten Baustellen wie dem Bundeskanzleramt, dem Auswärtigen Amt oder der Deutschen Bücherei Leipzig von sich reden gemacht. Ihr Markenzeichen sind schwebende Konstruktionen. Und was ihnen für Sassnitz vorschwebte, wird ganz sicher die Stadt über ihre Grenzen hinaus noch bekannter machen. Als Bauingenieur ziehe ich den Hut - eine Brücke von 243 Metern Länge mit 119 Metern frei gespannter Seilbrücke, die einen Höhenunterschied von fast 20 Metern überwindet - das ist beinahe schon eine Kunstruktion! Wenn ich von der Bedeutung dieser Brücke spreche - insgesamt wird sie 3,7 Millionen Euro kosten - meine ich nicht nur die architektonische. Ich meine auch die baukulturelle und die stadtentwicklerische Dimension. So wird die Brücke in ihrer für das Land ungewohnten Bauart dazu beitragen, die Entwicklung der alten Hafen- und Fährstadt voranzubringen. Sie wird ein wichtiger Schritt zu einem echten Zukunftsstandort sein. Zu einer lebenswerten Stadt, die sich durch Funktionalität und Urbanität auszeichnet. Ein Jahr Bauzeit ist veranschlagt - möge es schnell vergehen! 11. Mai 2006
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