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Netzwerk „Kulturtourismus Rügen“ zog nach achtmonatiger Projektlaufzeit Bilanz

Bergen - Es bleibt viel zu tun! Aber die Voraussetzungen sind gut und ein erfolgversprechender Anfang ist gemacht. So lautete das Fazit des im Oktober vergangenen Jahres gegründeten Netzwerkes „Kulturtourismus für die Insel Rügen“ auf einem Workshop am Montag im Theater Putbus. In mehreren  Arbeitsgruppen, in denen sich vor allem Kulturträger und -interessenten zusammengefunden hatten, wurde in den vergangenen acht Monaten zu verschiedenen Themen beraten und versucht, bereits vorhandene Aktivitäten im Bereich Kulturtourismus zu bündeln. Die Unternehmensberatung ICG aus Krefeld hat die Arbeit moderiert, die Kreisverwaltung hat das Projekt, das aus Mitteln des EU-Programmes LEADER+ gefördert wurde, begleitet.

Kulturtourismus, darüber bestand sehr rasch Einigkeit, soll neue Besucherschichten nach Rügen bringen und die Saison verlängern. Das kulturtouristische Profil könnte um die drei Themen Historie des Kulturtourismus, Kunst und Natur, Kulturgeschichte entstehen. Zum einen gibt es auf der Insel herausragende bauliche Zeugnisse zur Geschichte des Tourismus. Die Spanne reicht von Putbus als erstem Seebad an der baltischen Küste über die Bäder an der Ostküste bis hin zu Prora, einem einzigartigen baulichen Dokument des frühen Massentourismus. Zum anderen ist die Auseinandersetzung mit Kunst und Künstlern von hoher Bedeutung, denn Rügen war und ist Rückzugsort stadtflüchtiger Künstler, ist Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung, ist Herkunftsort von Künstlern. Zeitgenössische Künste sind auf der Insel reich vertreten. Und schließlich hat Rügen eine reiche Geschichte von der Steinzeit bis zur Gegenwart, die bereits in vielen historischen Zeugnissen und in zahlreichen Museen aufgearbeitet wird.

Aus dem Netzwerk erwuchs u.a. eine Initiative für ein regelmäßiges Kunstfest zum Thema „Romantik“ im Herbst. Erstmals soll dieses 2006 und dann jährlich stattfinden. Kultureinrichtungen, Akteure und Partner aus dem Tourismusbereich werden in ein mehrwöchiges Festival eingebunden, das an interessanten Orten Rügens veranstaltet wird. Alle Sparten – von Kunst über Musik, Literatur und Theater bis hin zur Kulturgeschichte – sollen vertreten sein.

Museen haben die Absicht, in einem Verbund zu kooperieren. Das wäre vorteilhaft für die Entwicklung eines gemeinsamen Marketingkonzeptes, was wiederum die einzelnen Häuser effektvoll und nachhaltig stärken würde. Ein Schwerpunkt der Tätigkeit im Verbund soll das „dezentrale Rügenmuseum“ - die aspektreiche dezentrale Präsentation der Geschichte Rügens mit inhaltlichen Vernetzungen und Querverweisen – sein. Denkbar sind zudem ein gemeinsames Logo, das die Besucher von Museum zu Museum leitet, ein gemeinsamer Museumsführer oder gar ein Verbundticket.

Bemühungen gibt es auch, für Rügen Qualitätsstandards in der Kultur zu definieren und eine Zertifizierung des Sektors vorzubereiten. Bundesweit und international bestehen bereits verschiedene Initiativen zur Entwicklung von Kultur-Qualitätssiegeln, an denen man sich orientieren kann. Für eine Kategorisierung von Kultureinrichtungen auf Rügen muss jedoch eine eigene, der Spezifik der Kulturlandschaft angepasste Methodik entwickelt werden. Ein erster Schritt zur Umsetzung ist die gegenwärtige Erarbeitung eines Fragebogens zur Selbsteinschätzung von Rügener Kultureinrichtungen.

Touristiker und weitere Kulturschaffende können sich noch in das Netzwerk einbringen. Das Amt für Wirtschaft und Kultur der Kreisverwaltung erteilt Informationen und vermittelt Kontakte.

   11. Mai 2005

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