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Bergen
auf Rügen - „Wir
bleiben bei unserer Auffassung: Ja zur Funktionalreform, nein zur
Kreisgebietsreform!“ Rügens Landrätin Kerstin Kassner lässt sich durch den
Beschluss der Landesregierung über den Gesetzentwurf zur
Verwaltungsmodernisierung nicht vom Kurs abbringen. Für sie hat der Erhalt der
Eigenständigkeit des Landkreises Rügen oberste Priorität. „Die Rüganer haben
sich beim Bürgerentscheid im vergangenen Jahr ganz klar für einen selbständigen
Landkreis Rügen ausgesprochen. Auch der Kreistag hat sich eindeutig
positioniert“, begründet die Verwaltungschefin. Kerstin Kassner sieht für
die Bürger und Gäste keine Vorteile, wenn Rügen in einem Großkreis aufgeht. Im
Gegenteil. Weite Wege und weniger Möglichkeiten, auf Entwicklungen vor Ort
direkt Einfluss nehmen zu können, wären Folgen der Neustrukturierung. „Warum konzentriert man sich
nicht auf die wesentlichen Dinge, die wirklich zu mehr Effizienz und
Bürgerfreundlichkeit, zu Einsparungen und weniger Bürokratie führen? Die
Ansätze der geplanten Funktionalreform, also der Aufgabenübertragung vom Land
auf die Kreise und von den Kreisen auf die Städte und Gemeinden, sind
erfolgversprechend. Hier sollten wir im Land beginnen. Eine Kreisgebietsreform
ist dafür nicht erforderlich“, so Kerstin Kassner. Mit dieser Auffassung sieht
sie sich einig mit fast allen Amtskollegen aus den anderen Landkreisen. Bevor
der Landtag den Gesetzentwurf am 8. Juni 2005 in erster Lesung behandelt, wird
es am 01. Juni noch eine Anhörung der Landkreise in Greifswald geben. Die
findet – obwohl dann bereits der Landtag für das Prozedere zuständig ist -
unter Leitung des Innenministers statt. Der hat den Vorschlag des
Landkreistages Mecklenburg-Vorpommern, von der Kreisgebietsreform Abstand zu
nehmen, im überarbeiteten Gesetzentwurf gar nicht erst aufgegriffen. „Wir
werden selbstverständlich bei unseren Argumenten bleiben“, versprach die
Landrätin. Noch sei nicht aller Tage Abend. Der Gesetzentwurf in der jetzigen
Fassung sei lediglich vom Kabinett bestätigt worden. Ob das Parlament genauso
entscheidet, sei völlig offen. „Sollte der Landtag das Gesetz aber trotz des
Widerstandes gegen die Kreisgebietsreform beschließen, werden wir klagen“,
blickt Kerstin Kassner voraus.
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