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Jungen sind die Sorgenkinder beim Übergewicht

Garz - "In puncto Übergewicht sind die Jungen die eigentlichen Sorgenkinder. Hier liegt Mecklenburg-Vorpommern im länderübergreifenden Vergleich eindeutig vorn. Bei den Mädchen gibt es dagegen im Einschulungsalter kaum Abweichungen zu den anderen Ländern", so resümierte Sozialministerin Dr. Marianne Linke (Die Linkspartei.PDS) anlässlich einer Fachtagung zum Thema "Adipositas im Kindes- und Jugendalter" in der Fachklinik Garz die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen 2003/2004.

Bei den Schuleingangsuntersuchungen im Jahrgang 2003/2004 waren insgesamt 13,3 Prozent der Einschüler im Land übergewichtig. Nach den derzeit verfügbaren Daten lag damit Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich mit anderen Bundesländern vorn. In den Ländern Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, NRW und Schleswig-Holstein lag der Prozentsatz der übergewichtigen Einschüler zwischen 9,3 und 11,3 Prozent.

Besonders bei den Jungen weicht Mecklenburg-Vorpommern von den Untersuchungsergebnissen der anderen Länder ab. Im Land waren 14,7 Prozent der männlichen Einschüler übergewichtig, während es in den anderen Ländern nur zwischen 9,3 (Bayern) und 11,5 Prozent (Hessen) waren.

"Die Gefahren von Übergewichtigkeit bei Kindern werden immer noch unterschätzt. Bluthochdruck, Zucker, aber auch orthopädische Erkrankungen treten bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen bis zu 30 Prozent häufiger als bei vergleichbaren anderen Kindern auf", warnte die Ministerin.

Eltern sollten deshalb ihre Ernährung und diejenigen ihrer Kinder hinterfragen. Dazu Frau Dr. Linke: "Der Lebensstil unserer Tage verträgt sich nicht mit Essgewohnheiten aus einer Zeit, in der die Kinder ständig in Bewegung waren und die Eltern zum Teil schwere körperliche Arbeit leisteten."

Die Ministerin würdigte die Arbeit der Fachklinik Garz, die mit dem Symposium zugleich ihr 75-jähriges Jubiläum beging. Sie sagte: "75 Jahre Fachklinik Garz bedeuten 75 Jahre Engagement für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die Arbeit der Einrichtung hat in dieser Zeit weit über unsere Region Anerkennung gefunden."

Am 17. September 1930 wurde in Garz das erste deutsche Diabetikerheim mit einer Kapazität von damals 50 Betten eröffnet. Professor Dr. Gerhard Katsch prägte den Ruf der Einrichtung und profilierte sie mit seinen Thesen zur Behandlung von Diabetes. Ende 1977 endete mit dem Bezug der neuen Kinderklinik in Karlsburg die Diabetesbehandlung in Garz und das Haus wurde zu einem Sanatorium für Kinder mit Atemwegserkrankungen umprofiliert. Nach der Übernahme im April 1991 durch das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland wurde die Tradition fortgesetzt. 75 moderne Bettenplätze stehen für die Behandlung heute zur Verfügung.

"Besonders hervorheben möchte ich natürlich auch aus Landessicht die gute Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik in Greifswald. Seit dem Jahr 2004 gibt es einen Kooperationsvertrag, der sich mit der Behandlung von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen beschäftigt", erklärte Frau Dr. Linke. Seit 2004 sind in Garz über 150 adipöse Patienten betreut worden.

18. September 2005

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