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Die neuen Verordnungen lösen eine Schutzerklärung des ehemaligen Rates des Kreises Rügen aus dem Jahr 1988 ab. Notwendig wurde dies aufgrund der geänderten Rechtsgrundlage durch das Landesnaturschutzgesetz MV. Hinzu kommt, dass zahlreiche neue schutzwürdige
Objekte bekannt wurden und einige bisher geschützte Objekte nicht mehr
existieren. Auch die Änderung von Eigentumsverhältnissen und von
Zuständigkeiten waren wesentliche Gründe. Zwei Verordnungen galt es auf den Weg
zu bringen, weil sowohl der Landkreis als auch das Biosphärenreservat als
untere Naturschutzbehörde fungieren. Die Verordnungen wurden gemeinsam
erarbeitet und haben denselben Wortlaut. Der Naturdenkmalbestand im
Landkreis Rügen umfasst nach der Neuausweisung insgesamt 130 Objekte, davon 49
im Biosphärenreservat Südost-Rügen. Das sind 114 Bäume und 16 Findlinge. 44
Bäume und fünf Findlinge befinden sich davon im Biosphärenreservat. „Bei Naturdenkmalen geht es
nicht nur um den Schutz des Objektes an
sich. Sie sind auch dafür bestimmt, naturwissenschaftliche Bildung zu
vermitteln und die Öffentlichkeit für die Natur zu sensibilisieren“, sagte
Landrätin Kerstin während der Unterzeichnung. Naturdenkmale seien oft das Ziel
von Wanderungen und naturkundlichen Führungen. Ausgewählte Objekte seien in das
Denkmal-Leitsystem des Landkreises integriert worden. Viele alte Bäume sind Sinnbild für Seltenheit und Schönheit mit naturgeschichtlichem oder heimatlichem Wert. Davon zeugt auch die Namensgebung für zahlreiche alte Bäume und bemerkenswerte Findlinge. Der vermutlich stärkste Baum auf Rügen ist eine Schwarzpappel in der Nähe von Borchtitz mit einem Stammumfang von mehr als acht Metern! Findlinge sind Zeugen der
jüngsten Erdgeschichte. Es sind Gesteinsblöcke aus Granit und Gneis, die mit
dem Eis vor über 20.000 Jahren aus Skandinavien zu uns gebracht wurden. Zum
Naturdenkmal erklärt wurden alle sichtbaren Geschiebe mit einer Größe von mehr
als zehn Kubikmeter Rauminhalt. Der größte von ihnen - der Buskam - befindet sich vor Göhren und hat geschätztes
Gewicht von 1.600 Tonnen! Alle Naturdenkmale mit ihren
entsprechenden „Steckbriefen“ sind beim Landkreis und beim Biosphärenreservat
katalogisiert. Beide Behörden werden demnächst ein informatives Faltblatt mit
einer Übersicht über die Naturdenkmale erstellen. Foto © by Landkreis Rügen
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