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Naturdenkmal-Verordnungen für Rügen

Bergen - Zwei Naturdenkmalverordnungen sind am 06.10.05 für Rügen in Kraft getreten. Landrätin Kerstin Kassner und der Leiter des Nationalparkamtes, Dr. Michael Weigelt, unterzeichneten die Dokumente für den Landkreis Rügen bzw. das Biosphärenreservat Südost-Rügen.

Die neuen Verordnungen lösen eine Schutzerklärung des ehemaligen Rates des Kreises Rügen aus dem Jahr 1988 ab. Notwendig wurde dies aufgrund der geänderten Rechtsgrundlage durch das Landesnaturschutzgesetz MV.

Hinzu kommt, dass zahlreiche neue schutzwürdige Objekte bekannt wurden und einige bisher geschützte Objekte nicht mehr existieren. Auch die Änderung von Eigentumsverhältnissen und von Zuständigkeiten waren wesentliche Gründe. Zwei Verordnungen galt es auf den Weg zu bringen, weil sowohl der Landkreis als auch das Biosphärenreservat als untere Naturschutzbehörde fungieren. Die Verordnungen wurden gemeinsam erarbeitet und haben denselben Wortlaut.

Der Naturdenkmalbestand im Landkreis Rügen umfasst nach der Neuausweisung insgesamt 130 Objekte, davon 49 im Biosphärenreservat Südost-Rügen. Das sind 114 Bäume und 16 Findlinge. 44 Bäume und fünf Findlinge befinden sich davon im Biosphärenreservat.

„Bei Naturdenkmalen geht es nicht nur um den  Schutz des Objektes an sich. Sie sind auch dafür bestimmt, naturwissenschaftliche Bildung zu vermitteln und die Öffentlichkeit für die Natur zu sensibilisieren“, sagte Landrätin Kerstin während der Unterzeichnung. Naturdenkmale seien oft das Ziel von Wanderungen und naturkundlichen Führungen. Ausgewählte Objekte seien in das Denkmal-Leitsystem des Landkreises integriert worden.

Viele alte Bäume sind Sinnbild für Seltenheit und Schönheit mit naturgeschichtlichem oder heimatlichem Wert. Davon zeugt auch die Namensgebung für zahlreiche alte Bäume und bemerkenswerte Findlinge. Der vermutlich stärkste Baum auf Rügen ist eine Schwarzpappel in der Nähe von Borchtitz mit einem  Stammumfang von mehr als acht Metern!

Findlinge sind Zeugen der jüngsten Erdgeschichte. Es sind Gesteinsblöcke aus Granit und Gneis, die mit dem Eis vor über 20.000 Jahren aus Skandinavien zu uns gebracht wurden. Zum Naturdenkmal erklärt wurden alle sichtbaren Geschiebe mit einer Größe von mehr als zehn Kubikmeter Rauminhalt. Der größte von ihnen - der Buskam -  befindet sich vor Göhren und hat geschätztes Gewicht von 1.600 Tonnen!

Alle Naturdenkmale mit ihren entsprechenden „Steckbriefen“ sind beim Landkreis und beim Biosphärenreservat katalogisiert. Beide Behörden werden demnächst ein informatives Faltblatt mit einer Übersicht über die Naturdenkmale erstellen.

Foto ©  by Landkreis Rügen

07. Oktober 2005

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